Besuch vom „Börsentag Berlin 2015“

erstellt am: 25.10.2015 | von: | Kategorie(n): Allgemein

Vor rund eineinhalb Wochen wurde ich auf den Börsentag Berlin aufmerksam gemacht. Nach dem Studium des Vortragsprogramm habe ich entschieden, dass ich diesen Börsentag besuchen werde. Und so war ich dann gestern, den 24.10.2015, auf dem Börsentag. Er fand im Berlin Congress Center (bcc) am Alexanderplatz statt. Und ich möchte hier meine Eindrücke von dieser Veranstaltung präsentieren.

Eindruck

Das Gebäude recht voll von Besuchern und Ausstellern und es herrschte an einigen Stellen regelrechtes Gedränge. Die Besucher stellten einen guten Querschnitt durch die Gesellschaft dar. Es waren sowohl junge als auch ältere Menschen anwesend. Wobei ich in den Vorträgen, die ich besucht habe, einen Überhang von den älteren Menschen festgestellt habe.

Erschreckend fand ich, dass es dort auch Menschen gab, die ihren Müll einfach auf den Boden geworfen haben. Das fand ich nicht so toll. Aber man muss auch sagen, das der Betreiber immer wieder aufräumen lies.

Vorträge

Im Vorfeld habe ich mir folgende Vorträge ausgesucht:

Die Verträge haben eine veranschlagte Länge von 40 Minuten. Danach hatte man dann 20 Minuten, um zum nächsten Vortrag zukommen.

Börsenhandel in der Praxis – für Einsteiger und Fortgeschrittene

Ich habe mir diesen Vortrag ausgesucht weil ich gehofft habe, dass ich noch etwas wissen mitnehmen kann. Aber das „Fortgeschrittene“ war hier wohl sehr fehl am Platz. Ich empfand es eher als sehr leichte Kost, um den Einsteiger nicht zu verschrecken. Die Konferenzraum war sehr voll. Einige der Besucher habe nicht mal einen Sitzplatz bekommen.

Die größten Anlegerfehler – und wie man sie vermeidet

Die Vortrag habe ich mir ausgesucht, um von einer weiteren Person die Sichtweise auf das Thema Börse zu bekommen, damit ich nicht die typischen Fehler begehe.

Die ersten fünf Minuten des Vortrages bestand aber darin, über Stiftung Warentest zu referieren bzw. Werbung für das Unternehmen zu machen. Danach ging es dann endlich los mit dem eigentlichen Vortrag.

Die Stiftung Warentest hat für den Zeitraum 2003 bis 2012 anonym die Depotzusammenstellung ausgewertet. Hierfür wurden 3.000 Depots betrachtet. Bei der Auswertung der Daten wurden dann die häufigsten Fehler zusammen getragen. Die Stiftung Warentest listet folgende Fehler auf:

Es wurde auch erwähnt, dass 3 von 4 Depot schlechter waren als der Marktdurchschnitt.

So finden Sie Aktien, die immer steigen

Herr Kelriberger hat erklärt wie er nach Unternehmen betrachtet. Er guckt sich als erstes den Chart an und erst wenn dieser überzeugt hat, betrachtet er die restlichen Daten des Unternehmens. So betrachtet er die Performance für 3, 5 und 10 Jahr. Bei 5 Jahren müssen die Unternehmen mindestens +100% gemacht haben und bei 10 Jahren müssen die Unternehmen mindestens +200% gemacht haben, damit sie für ihn in Frage kommen.

Als positive Beispiele hat Kelriberger die Unternehmen Fielmann, Autozone und Starbucks genannt und auch erklärt, warum die Kurse der drei Unternehmen weiter steigen werden. Als negatives Beispiel hat er das Unternehmen Wal-Mart angeführt, welches einen sehr unsteten Chart aufweist.

Der Vortragsraum wird nicht nur voll, sondern übervoll. Alle Sitzplätze waren belegt und dann kamen immer noch mehr interessierte in den Raum. Irgendwann war auch der Stehplatz voll und es haben sich immer noch Menschen in den Raum gepresst. Ich hatte Glück und bin rechtzeitig erschienen und konnte noch ein Sitzplatz ergattern.

Aus diesem Vortrag habe ich mitgenommen, dass es durchaus Sinn macht, die Performance aus den letzten 10 Jahren zu betrachten und hierfür eine Messlatte anzulegen. Ob die von Herrn Kelriberger genannten Schwellen Sinn machen, kann ich augenblicklich noch nicht beurteilen. Aber ich werde dieses für meine nächsten Analysen mal berücksichtigen und ggf. Unternehmen von meiner Watchlist zu entfernen. Aber das lohnt sich erst, wenn ich wieder Geld für das investieren habe. Als Dezember oder Januar.

Warum Anleger sich oft selbst ein Bein stellen

In diesem Vortrag wurden die Aspekte angesprochen, die verhindern, dass man einen maximalen Gewinn erwirtschaften kann.

Punkt 1 ist das Problem mit der Entscheidungsfindung. Es wurde aufgelistet, wie Menschen zu einer Entscheidung kommen.

Ich fand es erschreckend, dass einige der Besucher die Hand gehoben haben, als gefragt wurde, wer Nachahmung betreibt und wer aus Gewohnheit immer das gleiche tut. Hier ging es zwar nur um einen Restaurant-Besuch, aber ich finde das trotzdem sehr beängstigend. Solche Leute sollten meiner Meinung nach nicht an der Börse tätig werden. Meiner Meinung nach, sollte man sich für ein Unternehmen entscheiden, dass einem zusagt und nicht weil es eine andere Person gekauft hat.

Um Rat fragen ist meiner Meinung nach ein Grenzfall. Wenn man noch neu dabei ist, dann macht es Sinn, sich eine oder mehrere Meinungen zu einem Unternehmen ein zu holen. Aber man sollte das um Rat fragen dann nicht in eine Nachahmung umschlagen lassen.

Als zweiter Punkt wurde von Petra Greif „schnelles Denken und langsames Denken“ aufgeführt. Hier wurde mir nicht ganz klar, wie ich das geschilderte auf meinen Börsenalltag übertragen sollte.

Als dritter Punkt wurde die Selektive Informationsaufnahme präsentiert. Hier neigt der Mensch dazu, dass er widersprechende Fakten ignoriert, selbst wenn sie sich als bewiesen herausstellen. Das empfinde ich als einen sehr wichtigen Punkt. Man sollte seine eigene Meinung zu einem Unternehmen immer ausführlich hinterfragen und immer schön über den Tellerand schauen und akzeptieren, wenn es zu einem Unternehmen eine entgegengesetzte Meinung gibt.

Der nächste Punkt ist „die Illusion, alles unter Kontrolle zu haben“. Diesen Punkt fand ich sehr merkwürdig. Ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich Menschen gibt, die diese Illusion haben, vor allem im Zusammenhang mit Börse.

Ein weiterer Punkt ist der Rückschaufehler. Es wurde angeführt, dass Menschen von einem bereits eingetroffenen Ereignis denken, es wäre bereits vorhersehbar gewesen. Das erzeugt das falsche Gefühl von Sicherheit. ich denke, ich persönlich neige ebenfalls zu diesem Fehler. Der Klassiker ist „ich habe es schon immer gesagt“. Hinterher kann man es immer leicht sagen.

Als letzter Punkt wurde der Herdentrieb präsentiert. Diesen Fehler sind man leider immer sehr häufig. Wenn einer voraus geht, dann folgend die anderen blind. Das fällt eindeutig unter die Kategorie Nachahmer. Es lässt sich auf Finanzblogs ebenfalls diesen Herdentrieb feststellen. Fängt einer an, ein Unternehmen zu kaufen, dann werden auch andere dies tun. Auch im alltäglichen Leben, kommt es zu diesem unschönen Herdentrieb.

Insgesamt fand ich diesen Vortrag sehr interessant und ich hoffe, dass ich einiges davon erfolgreichen Anwenden kann.

Risiko sichtbar machen

Diesen Vortrag wollte ich mir noch als letzten ansehen. Er wurde im Kuppelsaal veranstaltet. Als ich mich dahin begeben habe, sah einen vorherigen Vortrag, der völlig offen gehalten. Es gingen dauernd Besucher an diesem Vortragsbereich vorbei und der Lärmpegel war hoch. Deswegen entschied ich mich gegen diesen Vortrag und habe dafür einen anderen Vortrag angesehen.

Bargeldverbot! Die neue bargeldfreie Welt – schön & bequem oder doch eher gefährlich

Da ich immer wieder im Internet von einem Bargeldverbot gelesen habe, habe diesen Vortrag von Ralf Walter besucht, um mir seine Meinung angehört. Nach der Meinung von Ralf Walter wird dieses Bargeldverbot auf jeden Fall kommen, allerdings in schleichender Form. Hierfür hat der einen Film aus Frontal 21 gezeigt. In diesem ging darum, dass die Vorratsdatenspeicherung jetzt einfach nur anders heißt, aber immer noch das gleiche ist. Und seiner Meinung nach, wird diesen mit den Bargeldverbot ebenfalls passieren, also niemand offizielles wird das so nennen, aber de facto wird es trotzdem so umgesetzt. Hierfür führte er an, dass in Dänemark bereits kleine Läden kein Bargeld mehr annehmen müssen.

Und in ungefähr der Hälfte des Vortrages wurde das Thema gewechselt und kam einer Selbstbeweihräucherung gleich. Ich habe den Vortrag dann vorzeitig verlassen und bin dann nach Hause gegangen.

Fazit

Zwei der fünf Vorträge haben sich für mich gelohnt. Wenn ich das nächste Mal zum Börsentag gehe, muss ich mir definitiv mehr Gedanken um die Auswahl der Vorträge machen.

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