Sollte man Spenden?

erstellt am: 22.10.2016 | von: | Kategorie(n): Allgemein

Mit Geld kann man vieles machen. Der eine konsumiert gerne, der andere investiert und ein weiterer spendet all sein Geld. Jeder hat seine eigenen Präferenzen. An dieser Stelle möchte ich das Thema Spenden aufgreifen. Spenden an sich hat nichts mit dem finanzielle Freiheit zu tun. Eine Spende kann dabei sogar hinderlich sein, weil das Geld wie beim konsumieren weg ist und nicht mehr für mich arbeiten kann. Dadurch wird die Gesamtsumme insgesamt gesenkt und man muss länger im Hamsterrad strampeln. Aber beim Spenden kann etwas gutes tun.

Die Idee für diesen Beitrag habe von PIBE350. Er oder sie hat in dem Blog-Beitrag der Ex-Studentin, in dem es gar nicht um das Thema spenden ging, einen Kommentar abgegeben und mit dem Satz „Bei aller Sparsamkeit bleibt mir abschließend nur noch zu sagen, dass ich sehr gern etwas spende und mit Trinkgeldern großzügig umgehe. ;-)“ geendet. Daraufhin haben sich weitere Leser zu Wort gemeldet und ebenfalls bekundet, dass sie spenden. Diesen Leuten schließe ich mich hiermit an.

Ich bin der Meinung, dass jeder, der Geld für Konsum oder Investment übrig hat, auch einen Teil an Bedürftige (da schließe ich jetzt mal Tiere mit ein) abgeben sollte. Ich würde jetzt nicht so weit gehen und einen bestimmten Prozentsatz fordern, denn das macht wenig Sinn. Jemand, der wenig verdient, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit prozentual weniger Geld beiseite legen wie jemand der ein Jahreseinkommen von 100k hat. Jeder sollte es im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten tun.

Spendenmoral

Erschreckend fand ich aber den Link, den Ex-Studentin gepostet hat. Dort steht Deutschland auf einem augenscheinlich guten Platz 20. Doch wenn man sich die Liste mal genauer ansieht, dann stehen Ländern wie Myanmar, Sri Lanka, Malaysia, Kenia, Guatemala und Kirgisistan vor uns. Gucken wir uns mal das kaufkraftbereinigte BIP pro Kopf  dieser Länder an.

Platz Land BIP (kaufkraftbereinigt) pro Kopf in USD
15 Deutschland 40.007
59 Malaysia 17.748
111 Sri Lanka 6.531
123 Guatemala 5.282
145 Kirgisistan 2.611
158 Kenia 1.812
160 Myanmar 1.740

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf

Alle Länder zusammen haben weniger BIP pro Kopf wie Deutschland und trotzdem ist die Spendenbereitschaft höher. Das ist beschämend. Vor allem sticht das arme Land Myanmar besonders hervor. Zwar zählt nicht nur Geld zu dem Index, aber trotzdem bin ich der Meinung, dass die Deutschen mehr tun sollten. Es muss vor allem nicht immer Geld sein. Es geht auch eine ehrenamtliche Tätigkeit. Aber in Deutschland gilt wohl der Grundsatz „Geiz ist Geil“.

Beim Stöbern auf Youtube, bin ich auf einige Armuts-Berichte gestoßen. In diesem Videos trat es auch sehr häufig auf, dass die Menschen, obwohl sie fast nichts haben, ihr weniges Geld an Menschen gegeben haben, die noch weniger haben. Oder sie waren ehrenamtlich tätig. Das spiegelt den oben geposteten Link wieder. Die Ärmsten sind eher bereit ihr Geld zu teilen als die Reichen.

Deswegen bin ich auch dafür, dass wir, die Investoren – egal ob passiv oder aktiv – mehr von unserem Cashflow abgeben sollten. Und das vor allem von Beginn an, den meine Meinung ist, dass wer nicht schon von Anfang an spendet, wird auch nicht spenden wenn er reich ist.

Meine Vorgehensweise

Kiva

Meine ersten Schritte auf diesem Weg tat ich schon im Jahre 2012 auf der Plattform Kiva. Auf dieser Plattform kann man „Kredite“ an Personen weltweit vergeben. Das Wort Kredite ist hier bewusst in Anführungszeichen geschrieben, weil man bei der Vergabe des Geldes keine Zinsen erhält. Es wird lediglich die Tilgung dem Konto gutgeschrieben.  Die minimale Summe, die man beisteuern kann, ist 25 EUR. Man kann „Kredite“ nach bestimmten Kriterien suchen und dann direkt das Geld an bestimmte Personen/Gruppen vergeben.Manchmal kann es dazu kommen, dass ein „Kredit“ nicht zustande kommt, weil eine bestimmte Summe gewünscht ist, aber nicht die nötigen Investoren zur Verfügung stehen.

Wie bei einem normalen Kredit, kann es auch hier zu Ausfällen kommen. Bisher  sind aber bei mir nur 2 von 63 „Krediten“ sind ausgefallen. Insgesamt finde ich das nicht ärgerlich, da ich die Vergabe der „Kredite“ eher als eine Spende ansehe als eine Investition in meine Vermögenswerte. Und man muss sich der Währungsproblematik bewusst sein. Der Schuldner kann durchaus alles zurück zahlen, aber man erhält trotzdem weniger zurück als man gegeben hat. Das liegt vor allem daran, dass der Schuldner seinen Kredit immer in der Landeswährung erhält, man selber aber nur Dollars anweist.

Direkte Spenden

Im Jahr 2015 habe ich mich entschieden, ein Teil des Geldes, welches ich erhalte, einem guten Zweck zuzuführen. Da ich nicht über das Jahr verteilt Geld für das Spenden gesammelt habe, bin ich in den Konflikt geraten, dass ich einerseits spenden und andererseits investieren wollte. Dadurch blieb meine Spendenbereitschaft deutlich unter meinen Möglichkeiten. Zu diesem Zweck habe ich mir ein Tagesgeldkonto besorgt auf das ich monatlich eine Summe per Dauerauftrag einzahle. Und wenn die Zeit reif ist, kann ich in dieses Spendenkonto greifen und belaste dann nicht meinen Investitionssumme mit einem größeren Betrag. Dadurch sollte dann der Konflikt beseitigt sein. Für das Jahr 2016 habe ich noch keine Spende getätigt, dadurch kann ich das noch nicht vollständig beurteilen.

Als ich mich für das separate Spendenkonto entschieden habe, stand noch die Frage im Raum: „Wie viel sollte ich spenden?„. Nach vielen Überlegungen bin ich dann zum Schluss gekommen, dass ich die Spendenhöhe an mein Konsumtopf koppele und habe mich für 10% entschieden. Diese 10% ziehe ich nicht vom Konsumtopf ab, sondern von meinen Cashflow. Parallel dazu habe ich dann auch einen Dauerauftrag in mein Depot eingerichtet. Dieser Dauerauftrag stellt die minimale Sparsumme dar und ist genauso groß, wie der Konsumtopf. Und soll einer der drei geändert werden, dann müssen die beiden anderen Werte ebenfalls angepasst werden. Nach ca. einem Jahr kann ich sagen, dass ich bisher ganz gut mit diesem Konzept fahre.

Fazit

Spenden bzw. ehrenamtliche Tätigkeiten halte ich für wichtig. Jeder Investor sollte dies ausführen. Für mich ist die Variante mit dem monatlichen Beiseite legen, die beste Variante.

Wie sieht es bei dir aus? Bist du auch schon unter die Spender gegangen? Wenn ja, wie fühlte es sich an? Geld oder Ehrenamt?

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